Ronshäuser Krippenweg - Insidertipps - Reiseführer - Urlaub im Fuldatal
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Ronshäuser Krippenweg

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Gruppe Leimendämmler
© Verkehrsamt Ronshausen

Ronshäuser Krippenweg

Mit einer Gruppe des Rhönklubs, Zweigverein Bad Brückenau, besuchte ich am 8. Dezember 2012 den Ronshäuser Krippenweg. Von dem kleinen, uns bisher unbekannten Luftkurort Ronshausen waren wir alle angenehm überrascht, und der Tag wurde zu einem wunderschönen Erlebnis.

Ein sehr gutes Mittagessen war für die ganze Busladung im Waldgasthof Immensee vorbereitet, und anschließend konnten wir uns am Ronshäuser See die Füße vertreten. Danach brachte uns der Bus nach Ronshausen, wo wir sehr freundlich mit einem Glas Sekt von den Initiatoren und Kulturreferenten des Heimat- und Verkehrsvereins, Edeltraut Kötter und Eugen Balduf, begrüßt wurden. Dann erlebten wir einen Bunten Nachmittag mit Kaffee und Kuchen und toller Unterhaltung mit Edeltraut und Eugen und der Gesangsgruppe Leimendämmler im Haus des Gastes. Nach einer kurzen Einführung ging es, nun im Dämmerlicht, auf den Krippenweg, dessen viele beleuchtete Krippen wir bewundern konnten. Unterwegs erhielten wir umfangreiche Informationen über Krippenarten, Materialien und darüber, wo welche Personen in der Krippe ihren Platz haben. Dabei mussten wir feststellen, dass unsere Krippenfiguren zu Hause nicht immer am richtigen Platz standen.

Jede Krippe hatte ihre eigene Geschichte. Einige habe ich noch in Erinnerung. So erzählte Edeltraut bei einer Barock-Krippe, dass sie das Kamel aus Leder auf einem Flohmarkt von einer alten Frau in Tracht aus Sibirien erstanden habe. Diese sprach genau so viel deutsch, wie sie selbst russisch, aber irgendwann gehörte das Kamel ihr.

Eine weitere rührende Geschichte verbirgt sich hinter einer 80 Jahre alten Krippe aus dem Oberammergau. Diese diente 40 Jahre lang einem Holzschnitzer als Ausstellungsstück. Er verkaufte sie an einen Privatmann, der nach weiteren 40 Jahren nach Hessen zog. Als er in ein Altenheim übersiedelte, gab er die Krippe mit Tränen in den Augen in die guten Hände von Eugen, in dessen Sammlung sie nun von vielen Besuchern bewundert werden kann.

Große Begeisterung kam bei uns auf, als Eugen bildlich schilderte, wie er und seine Edeltraut sonntags beladen mit hohlen Baumstämmen, Wurzeln und Moos aus dem Wald kamen. Mit diesem Material hat er dann die Krippen in den einzelnen Stationen wunderschön gestaltet.
Viel Interesse erweckte eine orientalische Krippe, aus Styropor gefertigt, verputzt und bemalt, die in einer stillgelegten Schreinerei in der Rhön entstand.

Ein besonderer Höhepunkt war dann der Besuch in der wunderschönen mittelalterlichen Wehrkirche mit bäuerlicher Barockmalerei. Edeltraut erläuterte die Geschichte der Kirche, und die herrlichen Bilder der Wandmalereien sprachen für sich. Auf unserem weiteren Rundgang erklang im Bodenweg von einer Krippe, die im Fenster stand, aus einer Spieluhr die Melodie „Stille Nacht, heilige Nacht“, was uns alle sehr berührte.
Wie uns Eugen berichtete, bestand der Ronshäuser Krippenweg ursprünglich aus 42 Stationen mit 65 Krippen.

Er konnte aber in einem alten Fachwerkhaus, ehemals Standesamt in Ronshausen, noch eine Krippenstation einrichten, so dass jetzt 100 Krippen ausgestellt sind. Wir bewunderten dieses tolle Ambiente und erfuhren von Anette Apel viel über die Tätigkeit ihres Vaters, Heinrich Curth, der bis 1980 Standesbeamter war. Wer wollte, durfte sich auch auf das alte rote Sofa setzen, auf dem viele Ronshäuser getraut wurden. Der kleine Vortrag von Anette endete mit den Worten ihres Vaters: „Ein Schnäpschen musste sein, wollte man gut verheiratet sein“. Natürlich bekamen wir dann auch dieses Schnäpschen!
Für eine weitere Überraschung sorgte der Sohn Andreas, der bei der Ankunft unserer Gruppe ein Weihnachtslied auf der Trompete von seinem Balkon blies. Somit wussten die Ronshäuser: Die Krippenleute sind wieder unterwegs.

Zwei Stationen weiter erfreute uns ein neuer Höhepunkt. Im festlich geschmückten Hof der Familie Siebert stand ein 2 m hoher, beleuchteter Schneemann, und bei einem Glas Glühwein konnten wir uns so richtig erwärmen.

Ja, und dann ging unser Rundgang zu Ende und wir traten unsere Heimreise an. Diesen schönen Tag in Ronshausen mit Edeltraut und Eugen und vielen anderen lieben Menschen werden wir so schnell nicht vergessen. Glücklich und mit viel Freude und voller Dankbarkeit sind wir nach Bad Brückenau zurückgekehrt, und jeder von uns verlebte die anschließende Adventszeit viel bewusster.

Der Zweigverein Bad Brückenau des Rhönklubs bedankt sich bei den beiden Initiatoren Edeltraut Kötter und Eugen Balduf für ihre viele liebe Mühe und wünscht auch der Gruppe Leimendämmler weiterhin erfolgreiche Jahre.

Ihre
Karin Baadke

 

 

 

 

 

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