Auf bronzenen Spuren durch Rotenburg a. d. Fulda - Insidertipps - Reiseführer - Urlaub im Fuldatal
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Auf bronzenen Spuren durch Rotenburg a. d. Fulda

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"Die Diakonisse"
© Tourist-Information der Stadt Rotenburg a. d. Fulda

Auf bronzenen Spuren durch Rotenburg a. d. Fulda
– Ein Stadtbummel mit meinem Enkel –

An einem sonnigen Sonntagnachmittag unternahm ich mit meinem Enkel Max eine Entdeckertour durch meine geliebte Heimatstadt. Besonders interessierten uns die kleinen Denkmäler, die so schön zerstreut in allen Winkeln der Stadt auf uns warteten. kleine Denkmäler, die den bürgerlichen Alltag in Rotenburg darstellen sollen. In den liebeswerten Bronzefiguren, die den bürgerlichen Altag der Stadt darstellen, sollen sich die Bürger der Stadt wiederfinden und das Bewusstsein fördern, mit der eigenen Stadt pfleglicher umzugehen.

Gleich auf dem Marktplatz, direkt vor der Jakobikirche steht "Die Diakonisse" Katharina mit ihrem Dackel. Sie soll stellvertretend für die Gemeindeschwestern, die in Rotenburg aufopferungsvoll Alte und Kranke betreut und pflegebedürftigen Mitmenschen geholfen haben erinnern. Ihnen zu Ehren und als Symbol für die Hilfsbereitschaft aller freiwilligen Helfer, die ihre Kraft der Allgemeinheit zur Verfügung stellen, ist diese Skulptur gewidmet.

Mein Enkel war natürlich von dem kleinen Hund begeistert, der Ihr zur Seite steht und dessen Schwanzspitze schon ganz glänzend ist vom vielen streicheln.

Als "Tratsch der Marktweiber" bezeichnet man die 3 Frauen, die auf dem Marktplatz ganz vergnügt und wild gestikulierend ein Schwätzchen halten. An historischer Stelle des Rotenburger Marktes wird der neueste Tratsch zwischen Land- und Trachtenfrau dargestellt.

Unser Weg führte uns weiter durch die Weingasse bis zur Querweingasse und dort blieben wir begeistert vor einer Bronzefigur stehen die so echt wirkt als wäre sie mitten aus dem Leben gegriffen. Der „Hütejunge mit der Ziege“ die sich gierig nach einem leckeren Grasbüschel in der Stadtmauer reckt.
Auf der Wiese zwischen Stadtmauer und der Fulda, die in ihrem ursprünglichen Flussbett nicht weit entfernt entlang floss, wurden noch nach dem letzten Weltkrieg
die Ziegen gehütet.

Auf unserem Weg durch den Schlosspark entdeckten wir in der Mitte des Teiches den Frosch aus dem Märchen "Der Froschkönig". An einem schattigen Plätzchen auf einer Bank packten wir unser Picknick aus und genossen die Leckerbissen die uns die Oma mitgegeben hatte. Es war nicht verwunderlich, dass mein Enkel nun auch das Märchen vom Froschkönig hören wollte.

Nun mussten wir aber weiter und als wir über die alte Fuldabrücke in die Neustadt spazierten, erregten "Die zwei Knaben" auf der anderen Seite der Brücke unsere Aufmerksamkeit. Ich sagte zu meinem Enkel: „Stell dir vor, als ich so alt war wie du heute, sah ich aus wie der Junge mit dem Stock – barfuss und in Lederhose.
In meiner Kindheit, in den Nachkriegsjahren sprangen wir auf der anderen Straßenseite in die Fulda und badeten im Sommer am Fuldastrand.
Nur mit Leder- oder Leinenhose bekleidet und der alten Mütze des Vaters auf dem Kopf, der "guten Schuhe" entledigt, erholen sich diese beiden Knaben vom anstrengenden "Gägchen-Spiel.

Wir schlenderten weiter in den Steinweg. Dort begegneten wir einem ganz wunderlichen Gesellen. Mein Enkel fragte auch gleich: “Opa was ist denn ein ‚Schleichwächter’ ? Der Schleichwächter war früher dafür zuständig, bei Nacht möglichst geräuschlos in den Gassen der Stadt zu patrouillieren. Zu diesem Zweck war er mit alten Spießen bewaffnet. Die Schleichwächter versahen ihren Dienst so "vorsichtig", dass man sie nur ganz selten zu Gesicht bekam. Weil der Schleichwächter sich gern zu einem „Nickerchen“ verdrückte, hat er nur wenig von den Geschehnissen in der Stadt mitbekommen. Für diesen Dienst meldeten sich in erster Linie alte, unbrauchbare Kerle, deren Dienste sehr zweifelhaft waren. So war ihnen der Spott der Bevölkerung gewiss. Nach kurzer Zeit wurde der Dienst der Schleichwächter wieder eingestellt.

Unser Weg führte uns weiter zum Steinborn-Brunnen im Steinweg mit einer ganz reizvollen "Familienidylle". Die Figurengruppe zeigt eine Mutter mit ihren Kindern und Hund, die am Steinborn-Brunnen eine Pause machen. Eines der Kinder liest, das andere balanciert und das Kleinste wird von der Mutter gehalten damit es nicht in den Brunnen fällt. Der Dackel der Familie schaut dem Treiben zu.

Im hintersten Winkel Rotenburgs, im sogenannten Zwickel, treffen wir auf einen bedeutenden Mann aus der Rotenburger Geschichte. Die Bronzebüste von „Moritz Katzenstein“ steht vor seinem Geburtshaus. Er wurde am 14. August 1872 in Rotenburg a. d. Fulda geboren und arbeitete ab 1898 als Arzt im Jüdischen Krankenhaus Berlin. Er wirkte ab 1913 als Professor an der Universität in Berlin und seit 1920 als Direktor der II. Chirurgischen Abteilung am Städtischen Krankenhaus in Berlin-Friedrichshain. Er entwickelte neue Operationsmethoden. Der bedeutende Chirurg war ein Freund des Wissenschaftlers Albert Einstein und starb am 23. März 1932 in Berlin.

Als wir dann weiter in die Poststraße einbogen, entdeckten wir etwas wirklich Ungewöhnliches. Ein Bauer, der mit seinem Schweinchen spazieren geht. Für meinen Enkel war das ein absonderlicher Anblick, da er Schweine bis heute immer nur im Schweinestall vermutete. Aber damals war eben alles noch anders, oder soll es vielleicht ein Sparschwein sein, weil es ja direkt neben der Sparkasse steht?
Nein, die Bronzefigur nennt sich der "Bauer nach dem Handel“ und deutet auf die seit Gründung der Stadt prägende bäuerliche Arbeit der Menschen hin. Die Bauern versorgten die Bürger mit den Grundnahrungsmitteln, die Schlachter mit Viehzeug, die Leinweber mit Flachs, die Gerber mit Fellen. Die nordhessischen Bauern waren ein fleißiger, zäher Menschenschlag und ein sehr sparsamer dazu. Verbissen oder mit spitzbübischer Freude stopfte der Bauer Kreuzer, Heller oder gar Taler aus dem Viehhandel oder anderen Geschäften in sein Säckel oder Geldkatze.

Einen Stadtrundgang mit Bildern aller Bronzefiguren und weiteren Sehenswürdigkeiten der Stadt erhalten Sie in der Tourist-Information.

Infos/Kontakt

Tourist-Information der Stadt Rotenburg a. d. Fulda:
Marktplatz 2
36199 Rotenburg a. d. Fulda
Tel: + 49 (6623) 5555
tourist-info@rotenburg.de
www.rotenburg.de

© Tourismus-Service Erlebnisregion Mittleres Fuldatal - 36199 Rotenburg a. d. Fulda - Tel. +49 (0) 6623 91 36 442 - E-Mail